Frank Schulz

Morbus fonticuli Taschenbuch
Taschenbuch

Morbus fonticuli Hardcover
Gebundene Ausgabe

Morbus fonticuli oder Die Sehnsucht des Laien (2001)
Hagener Trilogie II

Für seine Freunde ist Bodo Morten, genannt Mufti, aus dem Gröbsten raus: Er ist 38 Jahre alt, verheiratet mit Anita, lebt in einer passablen Altbauwohnung in Hamburg und hat einen Posten als Redaktionsleiter – zugegeben nur bei einem lokalen Anzeigenblatt. Wenn da nur nicht immer diese quälende Migräne wäre. Als Mufti eines Tages seinen Job verliert, gerät sein ohnehin schwankendes Naturell vollends außer Kontrolle: Schlechtgelaunt entschließt er sich zu einem Leben auf der Couch, das er erst nach Monaten überraschend beendet – er verläßt das Haus und kehrt nicht wieder.

Anita und ein paar Freunde machen sich auf die Suche, und sie entdecken Zeichen eines abenteuerlichen Doppellebens, das er offenbar schon seit Jahren führte: eine geheime Zweitwohnung, eine laszive Frauenstimme auf dem Anrufbeantworter und ein verzweifelt ehrliches Tagebuch, in dem Morten ungehemmt sein ausschweifendes Liebesleben und eine geheimnisvolle Krankheit beschreibt, die offensichtlich auch berserkerhafte Fabulierwut als Symptom beinhaltet – die „Fontanellenkrankheit“ Morbus fonticuli.

Als sie Mufti zehn Tage später in einem Waldstück auf der Geest bei Stade aufspüren, bietet sich ihnen ein denkwürdiges Schauspiel: Mit einem Spaten scheint sich Bodo Morten gerade ins Erdinnere vorzuarbeiten – bekleidet im wesentlichen mit einem Sturzhelm.

Leseprobe (722 kB) – PDF · 4 Seiten

Taschenbuch: € 11,99 bei rororo. Erhältlich im Internet, z.B. bei Amazon.de, und im traditionellen Buchhandel, z.B. bei „Das Buch in Eppendorf“.
Gebundene Ausgabe: Vergriffen.

Pressestimmen

„Mit beeindruckender Präzision springt der Hamburger Autor zwischen Kneipenslang, dörflichem Niederdeutsch, hochgestochener Gelehrtensprache und anderen sonderlichen Idiomen umher. Schulz löst eine fantastisch wildwüchsige Vokabelflut aus, welche die seelische Verwirrung seines Antihelden nicht treffender darstellen könnte. ‚Morbus fonticuli‘ ist ein grandioses und furioses Werk. Seine ausserordentliche sprachliche Fertigkeit und sein kritischer Witz präsentieren Frank Schulz als literarische Grösse.“ Regula Freuler, SonntagsZeitung


„Ein Buchstabengebirge... dessen Autor Laurence Sterne und Arno Schmidt beerbt und auf originäre Weise fortschreibt. Dieses Buch ist ein Ereignis, denn seit den Frühwerken von Henscheid und Schmidt hat man die Sprache in der deutschen Literatur nicht mehr in dieser barocken beziehungsweise expressionistischen Prachtentfaltung gelesen, die bei aller Avanciertheit sachgemäss bleibt und ihre ganze Fülle gleichsam in den Dienst eines forcierten Realismus stellt... Hier offenbart Frank Schulz noch einmal seine ganze Warmherzigkeit und Mitleidsfähigkeit gegenüber den vom Schicksal oder vom ‚Deubel‘ gebeutelten Figuren, die er mit all ihren Marotten darstellt, aber so liebevoll und vor allem barmherzig, wie man es sich von einem Chronisten nur wünschen kann.“ Frank Schäfer, Neue Zürcher Zeitung


„Von Metropolengeglitzer bis zu ländlich blökender Idylle, von Strips bis Grips, von klarsichtigen poetischen Epiphanien bis hin zur Phänomenologie des krallenwetzenden Katers im fadenscheinigen Hirninterieur kann Schulz einfach alles. Sein Text ist die gelungene Symbiose aus Geistes- und Körperwissenschaften. Ein Meisterwerk der literarischen Hochkomik. Schulz hat schlicht das beste Buch des Jahres geschrieben.“ Stephan Maus, Süddeutsche Zeitung


„Eine furiose Mischung aus Schelmen-, Heimat-, Sitten- und Sozialroman, ein humoristisch-realistisches Monumentalwerk.“ Michael Kohtes, Die Zeit


„Vortrefflich.“ Volker Hage, Der Spiegel